Aktuelles

Sonntag, 14.Oktober

bis
Sonntag, 6. Januar

Sonderausstellung Märchen und "Allgäuer Sagen"

Holzschnitte von Iris Schmitt
(Illustratorin und Grafikdesignerin)

Die Geschichte der Muna Urlau

Die Munitionsanstalt im Urlauer Tann

In der malerischen Hügellandschaft zwischen Leutkirch und Isny, verborgen im Urlauer Tann, lag die Muna Urlau. 2007 verließ die Bundeswehr diesen Standort, zurück blieb ein Waldstück, das Schauplatz von Geschichten und Mythen, Tragödien und Ungerechtigkeit, Beinahe-Katastrophen, Mut und Menschlichkeit war.

Das Areal wurde zu Kriegsbeginn 1939 durch Zwangsverkäufe vom Deutschen Reich erworben und diente als Heeresmunitionsanstalt. Viele dienstverpflichtete Frauen und Mädchen mussten dort ebenso wie Zwangsarbeiter und Kriegsgefangene Munition für den laufenden Krieg fertigen. Zum Kriegsende kam es beinahe zu einer Katastrophe unvorstellbaren Ausmaßes, als etwa 10.000 Tonnen Kampfstoffmunition und die gleiche Menge herkömmlicher Munition auf Anordnung von Gauleiter Murr gesprengt werden sollten. Glücklicherweise konnte dies durch die mutige Taktik des damaligen Kommandanten, Major Günther Zöller, verhindert werden. Aber auch die Beseitigung der Munitionsbestände durch die französische Besatzungsmacht war ein gefährliches Unternehmen und die in der Nord- und Ostsee versenkten Kampfstoffe sind bis auf den heutigen Tag eine Bedrohung.

Ab 1961 wurde die Muna als wichtiges Munitionsdepot der Bundeswehr genutzt. Auf dem Höhepunkt des Kalten Krieges in den 1960er-Jahren waren dort auch amerikanische Einheiten stationiert. Es ging die Angst um, dass Atomwaffen in der Muna stationiert seien.

In jahrelanger Arbeit recherchierte ein Arbeitskreis die Geschichte der Muna Urlau und veröffentlichte diese in einem gleichnamigen Buch. Nun wird die Thematik auch in einer ständigen Ausstellung im Museum im Bock in Leutkirch aufgegriffen. Sie zeigt die Geschichte der Muna Urlau anhand von Filmen, Fotos und Texten, Objekten und Relikten. Zeitzeugen kommen zu Wort. Das Buch in einer aktualisierten Auflage vertieft das Thema.