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Sonntag, 14.Oktober

bis
Sonntag, 6. Januar

Sonderausstellung Märchen und "Allgäuer Sagen"

Holzschnitte von Iris Schmitt
(Illustratorin und Grafikdesignerin)

Orte des Erinnerns

In Leutkirch waren einige Gebäude Zeugen tragischer Geschehen in der Zeit des Nationalsozialismus. Zum Beispiel das Kaufhaus Anker mit dem angrenzenden Gebäude "Zum Schatten" im Zentrum der Stadt. Das Kaufhaus wurde von der Leutkircher Kaufmannsfamilie Gollowitsch betrieben. Das Haus wurde 1938 zwangsenteignet und der "Schatten" abgerissen. Von hier wurde am 28.11.1941 die Familie Fritz Gollowitsch in die Vernichtungslager deportiert.

Benachbart am Gänsbühl liegt ein Gebäude, in dem einst der Schuhmachermeister Fritz Hassler mit seiner Familie wohnte und im Erdgeschoß seine Werkstätte betrieb. Zwei seiner Töchter, die 1913 geborene Emilie und die 1918 geborene Johanna wurden wegen ihrer geistigen Behinderung in die evangelischen Heil- und Pflegeanstalt Stetten gebracht. Von dort wurden sie 1940 nach Grafeneck deportiert und mit Giftgas ermordet.

Die Heimatpflege Leutkirch im Allgäu e.V. hat es sich zusammen mit dem Leutkircher Initiativkreis "Orte des Erinnerns" zur Aufgabe gemacht an das Schicksal der Opfer nationalsozialistischer Verbrechen in Leutkirch zu erinnern. Leutkircher Bürgerinnen und Bürger sowie verschiedene Institutio­nen haben sich zusammengeschlossen, um insbesondere die Namen der Familien, die in Leutkirch unter dem Verbrechensregime zu leiden hatten, aus Leutkirch deportiert wurden oder fliehen mussten, vor dem Vergessen zu bewahren. Deshalb wurden auf Anregung der Initiative "Orte des Erinnerns" sogenannte "Stolpersteine" des Künstlers Gunter Demnig verlegt.

In der Zwischenzeit wurde eine Sektion "Allgäu-Oberschwaben" des Vereins "Gegen Vergessen – Für Demokratie e.V." in Leutkirch gegründet, die die Aktivitäten des Initiativkreises "Orte des Erinnerns" weiterführen wird.