Alle Beiträge von heimatpflege

Leutkirch – Alles auf einer Karte

Im Herbst 1818 brach in Tübingen ein Trupp Feldmesser zu einem langwierigen Unternehmen auf. In über zwanzigjähriger Arbeit entstand bis 1840 für das gesamte Königreich Württemberg ein detailliertes Kartenwerk, mit dem die Steuer auf Grundbesitz vereinheitlicht, der Grundstücksverkehr erleichtert und die Infrastruktur planbar gemacht werden sollte. Das Land wurde in Planquadrate aufgeteilt und in Kartenblättern des Maßstabs 1:2500 aufgenommen. 

Die Flurkarten wurden ständig fortgeführt und sind in modernisierter Gestalt bis heute eine wichtige Grundlage für Vermessungsarbeiten. Die Urfassungen stellen eine wesentliche Quelle für Heimatforscher dar, eignen sich aber zum Beispiel auch für Altlastenerkundungen, Ingenieurgutachten und denkmalpflegerische Fragen.

Die Gemarkung der heutigen Großen Kreisstadt Leutkirch wurde ab dem Jahr 1826 vermessen. Die damals gedruckten Originalkarten bilden die Basis für die Ausstellung im Museum im Bock. Der Druck der Karten war aufwendig. Deshalb wurden diese alten Kartenvorlagen händisch aktualisiert: Es wurde in verschiedenen Farben markiert, dazu gezeichnet und auch radiert. Diese Eintragungen geben einen Einblick in die Entwicklung und zeigen so vieles, was heute verborgen, verändert oder nicht mehr vorhanden ist. Aber sie bieten auch einen interessanten Einblick in die Entwicklung von Wohnbau, Gewerbe und Infrastruktur.

In der Ausstellung „Leutkirch – alles auf einer Karte“ sind die originalen Karten aus dem 19. und 20. Jahrhundert ausgestellt und werden aktuellen Fotos und Karten gegenübergestellt, kommentiert und mit Exponaten ergänzt.

Seit 27. September 2020 im Museum im Bock, Leutkirch.

Mittwoch 14-17 Uhr
1. Samstag im Monat 13-17 Uhr
Sonn- und Feiertage 13-17 Uhr



Hier finden Sie das aktuelle Jahresprogramm 2020

Heimatpflege Leutkirch e.V.

Die Heimatpflege Leutkirch im Allgäu, ein Verein mit rund 300 Mitgliedern, wurde 1982 gegründet. Er ist bestrebt, das historische Kulturgut unserer Heimat zu erhalten, Geschichte bewusst zu machen und an der baulichen und kulturellen Entwicklung unserer Kulturlandschaft mitzuwirken. Er betreibt zwei Museen, das Museum im Bock in der Kernstadt und das Glasmuseum in Schmidsfelden. Außerdem sind mehrere historische Gebäude in der Obhut des Vereins, das ehemalige Leprosenhaus, die Geißlermühle am Stadtweiher und die Ratzensäge in Schmidsfelden. Mit zahlreichen Ausstellungen, Vorträgen und Publikationen wurde in den vergangenen 30 Jahren die breite Öffentlichkeit für die Anliegen der Heimatpflege gewonnen. Sie ist aus dem öffentlichen Leben der Stadt nicht mehr wegzudenken. Der Vorstand umfasst zehn Personen. Erster Vorsitzender ist Michael Waizenegger, Architekt und Kunsterzieher an der Otl-Aicher-Realschule, Leutkirch.