Arbeitskreise

Die vielfältige Arbeit im Verein wird von mehreren Arbeitskreisen und Projektgruppen geleistet. Ständige Arbeitsgruppen sind:

  • das „Museumsteam“ des Museums im Bock, das sich jeden Mittwoch Vormittag trifft
  • die Museumsaufsicht in Leutkirch und Schmidsfelden mit rund 30 ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern
  • der „Arbeitskreis Schmidsfelden“, der  sich um die Glashütte und das Glasmuseum kümmert und bei allen Angelegenheiten des Glasmacherdorfes beteiligt ist.
  • der „Arbeitskreis Friedhof und Denkmal“
  • der „Arbeitskreis Muna Urlau“
  • eine spontane Ad-hoc-Arbeitsgruppe Leprosenhaus

Friedhof und Denkmal

Die Friedhofskultur und die Kultur des Erinnerns waren zu allen Zeiten ein zentrales Bedürfnis der Menschheit. Bis in unsere Zeit hatte die Bestattungskultur eine besondere Bedeutung für die Gemeinschaft von Menschen in Stadt und Land. Seit einigen Jahren verliert die öffentliche Wertschätzung von Friedhöfen im öffentlichen Leben an Bedeutung.
Wie in anderen Städten ist auch in Leutkirch im Alten Friedhof an der Wangener Straße zu beobachten, dass wertvolle Grabmäler verschwinden, weil die Nachkommen kein Interesse an deren Erhaltung haben. Zu beklagen ist auch, dass neue Gräber mit billigen Grabsteinen und teilweise geschmacklosen Elementen versehen werden oder wertvoller Baumbestand Zweckmäßigkeitsdenken geopfert wird.

Auf Grund mehrerer Anfragen aus der Bevölkerung hat sich 2010 bei der Heimatpflege der Arbeitskreis „Friedhof und Denkmal“ gegründet, der sich unter anderem für den Erhalt und die behutsame Weiternutzung des Friedhofes an der Wangener Straße einsetzt. In der Folge einer Ausstellung über das Thema „Friedhofkultur“ wurden konkrete Schritte zur Erhaltung wertvoller Grabmäler eingeleitet. Acht Grabmäler wurden bereits per Vertrag von der Heimatpflege übernommen und so für die Nachwelt erhalten.


Die Geschichte der Muna Urlau

Die Munitionsanstalt im Urlauer Tann

In der malerischen Hügellandschaft zwischen Leutkirch und Isny, verborgen im Urlauer Tann, lag die Muna Urlau. 2007 verließ die Bundeswehr diesen Standort, zurück blieb ein Waldstück, das Schauplatz von Geschichten und Mythen, Tragödien und Ungerechtigkeit, Beinahe-Katastrophen, Mut und Menschlichkeit war.

Das Areal wurde zu Kriegsbeginn 1939 durch Zwangsverkäufe vom Deutschen Reich erworben und diente als Heeresmunitionsanstalt. Viele dienstverpflichtete Frauen und Mädchen mussten dort ebenso wie Zwangsarbeiter und Kriegsgefangene Munition für den laufenden Krieg fertigen. Zum Kriegsende kam es beinahe zu einer Katastrophe unvorstellbaren Ausmaßes, als etwa 10.000 Tonnen Kampfstoffmunition und die gleiche Menge herkömmlicher Munition auf Anordnung von Gauleiter Murr gesprengt werden sollten. Glücklicherweise konnte dies durch die mutige Taktik des damaligen Kommandanten, Major Günther Zöller, verhindert werden. Aber auch die Beseitigung der Munitionsbestände durch die französische Besatzungsmacht war ein gefährliches Unternehmen und die in der Nord- und Ostsee versenkten Kampfstoffe sind bis auf den heutigen Tag eine Bedrohung.

Ab 1961 wurde die Muna als wichtiges Munitionsdepot der Bundeswehr genutzt. Auf dem Höhepunkt des Kalten Krieges in den 1960er-Jahren waren dort auch amerikanische Einheiten stationiert. Es ging die Angst um, dass Atomwaffen in der Muna stationiert seien.

In jahrelanger Arbeit recherchierte ein Arbeitskreis die Geschichte der Muna Urlau und veröffentlichte diese in einem gleichnamigen Buch. Nun wird die Thematik auch in einer ständigen Ausstellung im Museum im Bock in Leutkirch aufgegriffen. Sie zeigt die Geschichte der Muna Urlau anhand von Filmen, Fotos und Texten, Objekten und Relikten. Zeitzeugen kommen zu Wort. Das Buch in einer aktualisierten Auflage vertieft das Thema.

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